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Der Heilungstempel der Sonne
Lasst uns nun still werden in unseren Gedanken und unserem Körper.
Lasst uns Frieden finden im sanften Gewahrwerden unseres Atems. Lasst uns dem Rhythmus des Atems lauschen, solange, bis er behutsamer, langsamer und tiefer wird.
Wir stehen am Ufer eines Sees, der in solcher Stille da liegt, dass das Licht, welches er reflektiert, wie Perlmutt
aufleuchtet, zart schimmernd, in Farben, die im sanften Wechsel ineinander fließen. Wir sind nicht allein. Ein scheinendes Wesen weilt neben uns. Wir atmen den Atem Gottes. Wir fühlen uns von weißen Schwingen des
Friedens umweht. Sacht werden wir zu den Wassern des Sees geleitet, die uns empfangen und herrlich erfrischen. Wir baden in einer Fülle lichtdurchfluteter Farben, und wir spüren besonders den wohltuenden Einfluss
derjenigen Farbe, die unserer Seele in diesem Augenblick nottut. Grün reinigt uns. Blau führt uns zu innerem Frieden. Goldgelb erweckt in uns Hoffnung und Lebenskraft. Amethyst schenkt uns das Bewusstsein der
höheren Welten. Wir erfreuen uns daran, wie das Wasser uns trägt, wie in diesem See der Farben all unsere Bewegungen gelöst, leicht und mühelos werden, so als ob wir von einer Kraft, außerhalb von uns selbst,
behutsam davon getragen würden, einer Kraft unendlicher Liebe, die uns beschützt und zugleich neu erstarken lässt. Wir wenden uns dem östlichen Himmel zu, wo der Morgen rosig dämmert. Hell erhebt sich über dem
Horizont ein sechsstrahliger Stern, dessen Licht einen schmalen goldenen Weg über das Wasser breitet. Alles ist still, während sich unser Herz der Schönheit des Sternes öffnet, dem Herold des Morgens. Das Licht des
Sternes wird immer leuchtender und heller, bis es sich vollkommen mit der Hoheit der aufgehenden Sonne vereint. Der schmale Pfad des Lichtes auf dem Wasser des Sees hat sich nun zu einer breiten goldenen Straße
ausgeweitet. Auf ihr fühlen wir uns dem Licht der Sonne entgegen getragen. Während wir uns so dem Zentrum der Sonne nähern, werden wir der Form eines runden Tempels gewahr, lichtdurchflutet und weithin scheinend,
wie aus zartem Alabaster erbaut. Schlanke Säulen ragen himnmelwärts. Wir schauen an ihnen empor, fühlen uns klein und doch zugleich geborgen, umhüllt von der Liebe des uns begleitenden Engelwesens. Wir werden
sieben Stufen zum Eingang des Tempels hinauf geführt. Sind die Säulen des Tempels aus edlem Gestein oder werden sie von strahlenden Engelwesen gebildet? Wir können es nicht erkennen. Nun sind wir in den Innenraum
des universalen Sonnentempels gelangt und fühlen uns überwältigt von der Einheit allen Lebens, der unendlichen Liebe, welche jedes Atom des grenzenlosen Kosmos durchdringt. Durch diese All-Liebe, die zugleich hohe
kosmische Ordnung ist, werden wir in das Herz des Tempels getragen. Um uns erheben sich schimmernde Säulen des Lichtes. Während wir zu der transparenten Kuppel des Tempels aufschauen, empfinden wir, dass sie von
einer Substanz wie Engelsflügel erschaffen ist. Vom höchsten Punkt der weiten Kuppel strahlt ein glänzender Stern herab auf ein schlichtes, weißes Heillager und umhüllt es mit mildem, sanftem Licht. Nun bemerken
wir, dass wir einer großen Versammlung von Heilern angehören, die sowohl aus menschlichen als auch engelhaften dienenden Wesen besteht. Wir alle sind in Weiß gekleidet. Schweigend erwarten wir die Ankunft des großen
Heilers. Das Licht, das von oben hernieder scheint, wird strahlender und intensiver. Aller Augen wenden sich dem Stern der Kuppel zu, und jede anwesende Seele empfängt in ihrem Innersten einen Strahl des Lichtes,
der sie erquickt und erleuchtet. Aus jedem Herzen erheben sich Andacht und Liebe für den mächtigen Schöpfer, den Großen Geist, während allmählich, umhüllt von strahlend weißem Licht, die Gestalt des Großen
Heilers in menschlicher Form erscheint, deutlich sichtbar, fest und kraftvoll, vom Licht der Sonne durchströmt. Wir werden uns der besonderen Schönheit Seiner Hände und Füße bewusst. Sein Antlitz gleicht einem
Leuchtfeuer, so dass Seine Züge für uns nicht klar erkennbar sind. Nacheinander wird nun jeder einzelne Patient, von Engelshänden getragen, auf das weiße Heillager niedergelegt. Während der Große Heiler den in
einem Schlummerzustand ruhenden Patienten segnet, senden alle Heiler aus ihrem Herzen Licht und Liebe aus. Diese Bruderschaft der Heiler, die eine einzige heilige Einheit im Tempel der Sonne bildet, verschmilzt nun
mit dem Licht der Christus-Gegenwart, während Er jeden individuellen Patienten segnet und heilt. Alle Liebe und alle Heilkraft werden für einen Augenblick zu der Seele des anwesenden Patienten gelenkt. Dabei
befinden wir uns außerhalb jeden irdischen Zeitmaßes; weilen wir doch, all-eins geworden, im Herzen des erhabenen, ewigen Tempels der Sonne. Auf ein gütiges Zeichen des Großen Heilers tragen die Engel jeden der
schlafenden Patienten in ein kleines Sanktuarium, von denen eine unendliche Vielzahl rund um den großen, runden Tempel-Innenraum angeordnet ist. Alle diese Gemächer sind von einer Seite her zum himmlischen Garten,
der sie umgibt, geöffnet. In seinem ihm zugewiesenen Sanktuarium ruht der Patient nun aus, eingehüllt in himmlische Farben, die ihm von einem anwesenden Engel dargeboten werden. Er oder sie verbleiben danach in
tiefem inneren Frieden, solange bis die Zeit für sie gekommen ist, in ihr irdisches Bewusstsein zurückzukehren. In diesen Heilungstempel der Sonne bringen auch die Engel des Todes alle Seelen, deren Zeit gekommen
ist, aus dem irdischen Leben zu scheiden. Jede dieser Seelen wird in einer höchst liebevollen Weise in die Gegenwart des Großen Heilers gebracht und danach in einem der stillen Sanktuarien niedergebettet, wo sie so
lange in seligem Schlummer verweilen darf, bis sie sich bereit fühlt, zu einem neuen Leben zu erwachen, das ihrer wartet. Im Augenblick des Aufwachens blickt sie dann in den vom Sonnenlicht durchfluteten himmlischen
Garten, welcher ihr so vertraut ist, wie ein zuvor auf Erden geliebter Garten. Dort kann sie nun im wunderschönen Sonnenlicht einher wandeln und ihre geliebten Familienmitglieder und früheren Freunde begrüßen, die
sie bereits erwarten und lächelnd empfangen. In unserem Innersten werden wir uns nun des all-herrlichen kosmischen Planes bewusst, der jedem Leben gebietet, nicht nur in der physischen Welt, sondern auch in der
Welt des Geistes, in der uns vollkommene Erkenntnis und Weisheit zuteil werden durch den Geist göttlicher Liebe - den Großen Weißen Geist. Er erfüllt unsere Herzen mit Ehrfurcht und Dankbarkeit. Während die
Zusammenkunft des Heilens nun langsam ihr Ende findet, werden wir eines fernen Engelsgesanges gewahr. Zart und glockenrein, fast wie ein sanftes Raunen beginnend, schwillt er an zu einer mächtigen melodischen
Harmonie, die schließlich einmündet in einen glorreichen Chor der Lobpreisung und des Dankes, in eine wunderbare Musik, die im Herzen jedes Einzelnen von uns freudig mitschwingt. Selbst jede Säule, ja jedes
Lichtatom des Sonnentempels widerhallen vom Jubel dieser himmlischen Klangfülle alles umfangender Liebe.
“Lob, Ehr, Dank und Preis sei’n geweiht
dem H E I L I G S T E N himmlischer Höhen.
In den fernsten, dunkelsten Tiefen
widerhallt noch Sein Name - erwächst Sein Segen.
Er, dessen Worte voll Weisheit,
Schönheit, Liebe und Wunder sind,
Er, der unfehlbar und wahr
uns leitet auf all Seinen Wegen.”
Als die Gesänge der Engel verklungen sind, wird uns bewusst, dass wir zurückkehren müssen zu unserer Arbeit und den
Pflichten des irdischen Planes. Doch lasst uns zuvor noch etwas wandeln im unendlichen, ewigen Garten. Die Anmut der Blumen, die Schönheit der Bäume erfreuen unsere Herzen. Dem Gesang der Vögel lasst uns lauschen
und die Wärme und Kraft der aus dem unendlichen Blau herabflutenden Strahlen in uns aufnehmen. Wir ergehen uns nun im Garten der Vereinigung, wo wir all denen, die wir lieben, begegnen dürfen, um uns mit ihnen
auszutauschen. Es ist zugleich der Garten, in den wir immer wieder einkehren werden, um uns zu laben und uns zu erneuern, während unser physischer Leib in nächtlichem Schlafe ruht.
Doch nun ist es soweit, mit Festigkeit in unser Erdenbewusstsein zurückzukehren. Wir atmen wieder tiefer und langsamer und
wenden den Willen unserer äußeren Gedankenkraft an, um uns voll und ganz in unseren Körper zurückzubringen. Wir empfinden wieder unsere Füße, bewegen ein wenig unsere Zehen, wir strecken kräftig unsere Arme aus, um
in unser physisches Bewusstsein zurückzufinden. Wir werden unserer irdischen Welt und Umgebung wieder neu gewahr.
Um wirklich sicher zu sein, dass wir uns wieder sorgfältig mit allem Irdischen verbunden haben, lasst uns in Gedanken
unser Stirn-Chakra und danach unser Kehlzentrum und Sonnengeflecht versiegeln. Dies geschieht, indem wir ein silbernes Kreuz, umzirkelt von Licht, visualisieren und mit diesem Symbol des Schutzes unsere Chakren, die
sich während unserer Meditation geöffnet haben, wieder sanft verschließen.
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